Mythen der Zahngesundheit

Die Aussage, je härter man die Zähne putzt, desto besser würden sie sauber, ist ein Mythos.

Wenn die Zähne zu stark und zu abrasiv geputzt werden, kann der Zahnschmelz, der die inneren Zahnstrukturen vor Abnutzung und Karies schützt, abgetragen werden und dadurch Schaden entstehen. Hartes Putzen reinigt die Zähne nicht besser, sondern führt zu Abnutzungen, die häufig als Putzdefekte bezeichnet werden. Wenn die Schmelzschicht dünner wird, kann die darunterliegende gelbliche Schicht stärker durchscheinen und die Zähne wirken dunkler. Zudem kann starkes Putzen zu Empfindlichkeit und Zahnfleischrückgang führen.

Zahnseide und Mundspülungen sind unnötig

Die Behauptung, Zahnseide und Mundspülungen seien unnötig, ist falsch. Entscheidend ist eine effektive und korrekte Reinigung der Zahnzwischenräume. Statt Zahnseide kann je nach Situation auch eine Interdentalbürste oder eine Munddusche denselben Zweck erfüllen. Ergänzend zum Zähneputzen sollte mindestens einmal täglich Zahnseide verwendet werden. Da Zahnseide Speisereste aus Bereichen entfernt, die die Zahnbürste nicht erreicht, kann sie auch zur Vorbeugung von Mundgeruch beitragen. Um die richtige Technik der Interdentalreinigung zu erlernen, ist es sinnvoll, sich von einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt beraten zu lassen.

Zuckerfreier Kaugummi ist mindestens so wirksam wie Zähneputzen

Ob Kaugummikauen nützlich oder schädlich ist, wird häufig diskutiert. Die Aussage, dass das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi mindestens so wirksam sei wie Zähneputzen, ist jedoch eine unzutreffende, mündlich verbreitete Information. Kaugummi kann die Speichelproduktion anregen, was beispielsweise bei saurem Reflux dazu beitragen kann, Säuren aus Lebensmitteln, Getränken und dem Magen zu neutralisieren. Kaugummis mit Xylit können diesen Speicheleffekt zusätzlich unterstützen. Dennoch kann Kaugummi weder Zahnbürste noch Zahnseide ersetzen, wenn es um die Entfernung von Plaque auf den Zahnoberflächen geht. Kaugummi kann höchstens unterstützend wirken, ersetzt jedoch keine gründliche Mundhygiene.

Wenn das Zahnfleisch beim Putzen blutet, sollte man besser nicht putzen

Diese Aussage ist eindeutig falsch. Zahnfleischbluten ist häufig ein frühes Warnsignal für größere Probleme. Es kann auftreten, wenn die Zahnbürste die Zahnzwischenräume nicht ausreichend erreicht und sich dort Bakterien und Plaque ansammeln. Mit der Zeit kann dies zu Zahnfleischentzündungen führen, und Blutungen sind oft ein Teil dieses Prozesses. Wird Zahnseide regelmäßig und korrekt verwendet, kann das Risiko von Entzündungen und damit auch von Zahnfleischbluten deutlich reduziert werden.

Die größte Ursache für Karies ist Zucker

Bakterien im Mund ernähren sich von Rückständen aus Zucker, Kohlenhydraten und säurehaltigen Lebensmitteln. Das dadurch entstehende Milieu kann den Zahn schädigen und Karies verursachen. Daher ist es nicht korrekt, Karies ausschließlich auf Zucker zurückzuführen. Zwar denkt man bei Karies oft zuerst an Schokolade, Süßigkeiten und ähnliche Produkte, jedoch können auch Lebensmittel wie Kekse und Chips für die Zähne ähnlich ungünstig sein. Kohlenhydrate können in einem Maße Zucker enthalten, das die Zähne belastet, und sie können an den Zahnoberflächen haften bleiben. Der wichtigste Ansatz zur Vorbeugung von Karies ist daher eine gute und korrekte Mund- und Zahnpflege.

Zahnfleischerkrankungen betreffen nur die Mundgesundheit

Zahnfleischerkrankungen können von Betroffenen selbst oder von der Zahnärztin oder dem Zahnarzt früh erkannt werden. Sie können auch Hinweise auf andere Gesundheitsprobleme geben. Bei Zahnfleischerkrankungen können beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck vorliegen. In manchen Fällen können auch chronische Entzündungen mit bestimmten Krebsarten in Verbindung stehen. Typische Anzeichen sind Schwellungen, Rötungen, Empfindlichkeit und Blutungen des Zahnfleisches. Häufig tritt beim Zähneputzen Blut auf. Rotes, geschwollenes Zahnfleisch gilt als eines der deutlichsten Warnzeichen. Gesundes Zahnfleisch ist in der Regel rosafarben, während es bei Beschwerden deutlich gerötet wirken kann. Ein weiteres mögliches Symptom ist Mundgeruch, da Bakterien im Zahnfleischbereich das Gewebe reizen und unangenehme Gerüche verursachen können. Auch zurückgehendes Zahnfleisch kann ein Hinweis sein, wobei Zähne dadurch länger erscheinen können.

Implantate können nicht bei jedem angewendet werden

Die Aussage, Implantate könnten nicht bei jedem angewendet werden, ist nicht grundsätzlich richtig. Für Implantatbehandlungen gibt es keine feste obere Altersgrenze. Grundsätzlich können Implantate bei allen Patientinnen und Patienten eingesetzt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und deren Knochenentwicklung abgeschlossen ist. Wenn bei Personen mit nicht abgeschlossener Knochenentwicklung dennoch eine Implantatbehandlung notwendig ist, kann durch Knochenaufbauverfahren oder Knochenersatzmaterialien ein geeignetes Umfeld geschaffen werden. Bei unkontrolliertem Diabetes, unkontrolliertem Blutdruck, Blutgerinnungsstörungen oder schweren Herzerkrankungen werden Implantate in der Regel nur nach ärztlicher Freigabe durchgeführt.

Mein Körper wird das Implantat nicht akzeptieren

Implantate sind spezielle Schrauben aus Titan, die bei Zahnverlust in den Kieferknochen eingesetzt werden. Sie bestehen aus zwei Teilen: dem chirurgisch eingesetzten Titananteil im Kieferknochen und dem darauf aufgebauten prothetischen Teil. Titan gilt als gut verträgliches Material und verursacht in der Regel keine Abstoßungsreaktion. Bei dentalen Implantaten wird eine Erfolgsquote von etwa 95 bis 100 Prozent angegeben. Wenn ein festsitzender implantatgetragener Zahnersatz aufgrund der Kiefersituation nicht möglich ist, kann der Komfort auch durch implantatgestützte Vollprothesen verbessert werden, die durch eine geringere Anzahl von Implantaten stabilisiert werden.

Während der Behandlung wird mein Zahn nicht richtig betäubt

Eine lokale Betäubung ist das Verfahren, bei dem ein Bereich mithilfe lokalanästhetischer Medikamente gefühllos gemacht wird und wird häufig in der Zahnmedizin eingesetzt. Wenn keine Infektion vorliegt und die richtige Anästhesietechnik angewendet wird, kann der betroffene Bereich ausreichend betäubt werden. Bei einer fachgerechten Durchführung sollte es daher nicht dazu kommen, dass der Zahn während der Behandlung nicht betäubt ist.

Während einer kieferorthopädischen Behandlung entstehen Karieslöcher

Engstände und Fehlstellungen beeinträchtigen nicht nur die Ästhetik des Lächelns, sondern erschweren auch die Reinigung der Zähne. Dadurch kann das Kariesrisiko steigen und das umliegende Gewebe kann negativ beeinflusst werden. Für eine langfristig gute Mundgesundheit und ein harmonisches Lächeln kann eine kieferorthopädische Behandlung sinnvoll sein. Bei frühzeitig verlorenen Milchzähnen durch Karies oder Trauma ist es wichtig, den Platz zu erhalten, damit der bleibende Zahn korrekt durchbrechen kann. Herausnehmbare oder festsitzende Apparaturen können dazu beitragen, die Lücken zu sichern. In diesem Zusammenhang erhöht nicht die kieferorthopädische Behandlung das Kariesrisiko, sondern die Fehlstellung selbst. Durch die Korrektur der Zahnstellung kann das Risiko kariesbedingter Schäden reduziert werden.

Vor dem Putzen muss man die Zahnbürste unter dem Wasserhahn anfeuchten

Die Zahnbürste und die Zahnpasta vor dem Putzen anzufeuchten, ist nicht notwendig und kann sogar ungünstig sein. Wird die Zahnbürste nass, kann sie an Festigkeit verlieren und die Reinigungsleistung kann abnehmen. Auch die Zahnpasta muss nicht angefeuchtet werden, da im Mund ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist, damit sich der Schaum bildet. Sinnvoll ist es, die Zahnpasta auf die Bürste zu geben und direkt mit dem Putzen zu beginnen.

Zahnseide schadet dem Zahnfleisch

Beim Zähneputzen erreicht die Zahnbürste die Zahnzwischenräume oft nicht ausreichend, weshalb die Verwendung von Zahnseide für die Reinigung dieser Bereiche sehr wichtig ist. Zahnseide entfernt Speisereste und hilft, Probleme wie Karies, Mundgeruch und Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen. Daher schadet Zahnseide dem Zahnfleisch nicht, sondern ist bei korrekter Anwendung im Gegenteil hilfreich. Für eine gesunde Mundhygiene sollte zusätzlich zum Zähneputzen mindestens einmal täglich Zahnseide verwendet werden.

Während der Schwangerschaft kann keine Zahnbehandlung durchgeführt werden

Wenn während der Schwangerschaft auftretende Probleme der Mund- und Zahngesundheit nicht behandelt werden, kann dies der Mutter stärker schaden. Deshalb können in dringenden Fällen notwendige Behandlungen durchgeführt werden. Als besonders geeigneter Zeitraum gelten häufig der dritte bis sechste Schwangerschaftsmonat. Am sinnvollsten ist es, unabhängig vom Schwangerschaftsmonat gemeinsam mit Zahnärztin oder Zahnarzt und Frauenärztin oder Frauenarzt die Art der Behandlung individuell festzulegen. Die persönliche Mundpflege während der Schwangerschaft unterscheidet sich nicht grundsätzlich von anderen Zeiten. Zähne sollten mindestens zweimal täglich geputzt werden, und zusätzlich können Zahnseide sowie unterstützende Mundspülungen verwendet werden.

Mundgeruch hat jeder und er geht nicht weg

Mundgeruch kann sowohl pathologische als auch physiologische Ursachen haben, und manchmal liegen beide zusammen vor. Ursachen für Mundgeruch können wie folgt sein:

  • Zahnfleischerkrankungen: Infektionen im Mundraum und fortgeschrittene Zahnfleischerkrankungen können Mundgeruch verursachen.
  • Bestimmte Lebensmittel und Gewohnheiten: Der Verzehr von Zwiebeln, Knoblauch oder Eiern sowie Tabak- und Alkoholkonsum kann Mundgeruch begünstigen.
  • Unzureichende Mundhygiene: Bei fehlender Putzroutine steigt das Kariesrisiko, und dadurch kann Mundgeruch entstehen.
  • Mundtrockenheit: Einige dauerhaft eingenommene Medikamente können die Speichelproduktion verringern und dadurch Mundgeruch fördern.

Darüber hinaus kann Mundgeruch auch ein Hinweis auf Erkrankungen wie Lungenentzündung, Diabetes, Niereninsuffizienz, Mandelentzündungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Karies, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Leber- und Stoffwechselstörungen oder auch Krebserkrankungen im Mundbereich sein. Deshalb sollte die Ursache abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Mundgeruch ist ein Zeichen für eine Zahnfleischerkrankung

Mundgeruch kann zwar auf eine Zahnfleischerkrankung hinweisen, er kann jedoch ebenso ein Symptom anderer Gesundheitsprobleme sein. Auch hier gilt, dass Erkrankungen wie Lungenentzündung, Diabetes, Niereninsuffizienz, Mandelentzündungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Karies, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Leber- und Stoffwechselstörungen oder Krebserkrankungen im Mundbereich als mögliche Ursachen in Frage kommen können. Der beste Weg, dies abzuklären, ist ein Termin bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt. Wenn der Mundraum zahnmedizinisch gesund ist, kann zur weiteren Abklärung eine andere ärztliche Fachrichtung hinzugezogen werden.

Zahnsteinentfernung schadet den Zähnen

Zahnstein kann die Mund- und Zahngesundheit auf verschiedene Weise negativ beeinflussen. Er kann Verfärbungen verursachen und zu unangenehmem Mundgeruch beitragen. Solange Zahnstein nicht entfernt wird, kann das Risiko für Karies steigen und es können Entzündungen am Zahnfleisch entstehen. In Bereichen von Zahnlücken kann sich ebenfalls Zahnstein bilden und die Mundgesundheit beeinträchtigen. Wird die Zahnsteinentfernung nicht durchgeführt, kann dies das Risiko erhöhen, dass Zähne und Zahnfleisch langfristig geschädigt werden. Nach einer Zahnsteinentfernung kann es vorübergehend so wirken, als ob zwischen den Zähnen kleine Lücken entstanden wären, was oft mit zuvor verdeckten Zahnfleischveränderungen zusammenhängt. Insgesamt schadet die professionelle Zahnsteinentfernung den Zähnen nicht, sondern trägt dazu bei, den Mundraum gesünder zu halten.

Bei Zahnschmerzen helfen Aspirin, Tabak, Kölnisch Wasser, Alkohol oder Salz direkt am Zahn

Zahnschmerzen können leicht oder sehr stark sein. Sie können plötzlich beginnen und sich nachts verstärken. Begleitend können Schwellungen, Zahnfleischbluten, Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Wärme, eingeschränkte Mundöffnung, Fieber oder Kopfschmerzen auftreten.

Manche Betroffene greifen in der Zeit bis zum Zahnarzttermin zu Hausmitteln, um zumindest eine vorübergehende Linderung zu erreichen. Allerdings kann es ein großer Fehler sein, jede Information aus dem Umfeld oder aus dem Internet als richtig zu übernehmen. Methoden wie das Auftragen von Kölnisch Wasser oder Alkohol, oder das Auflösen von Aspirin und das direkte Aufbringen auf den schmerzenden Zahn können das Zahnfleisch schädigen und neue Beschwerden verursachen. Unkontrollierte Anwendungen können die Schmerzen sogar verstärken.

Bis zum Termin bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt sind die Möglichkeiten begrenzt. Als unterstützende Maßnahmen werden häufig genannt:

  • Gurgeln mit Salzwasser
  • Gewürznelke
  • Gurgeln mit verdünntem Essigwasser

Sehr weiße Zähne sind gesund

Strahlend weiße Zähne können zwar optisch ansprechend wirken, sind jedoch kein verlässliches Kriterium für gesunde Zähne. Die natürliche Zahnfarbe ist von Person zu Person unterschiedlich, und bei gesunden Zähnen kann sie durchaus etwas dunkler sein als erwartet. Durch die Vorstellung, dass weiße Zähne automatisch gesunde Zähne seien, werden häufig ungeeignete Methoden angewendet. Ein verbreitetes Hausmittel ist Natron. Dabei werden die Zähne mit Natron geputzt oder Natron mit Zitrone kombiniert und eine Zeit lang auf den Zähnen belassen. Solche Methoden haben keinen dauerhaft stabilen Effekt. Sie entfernen oberflächliche Verfärbungen, wodurch die Zähne kurzfristig heller erscheinen können. Natron und Zitrone können jedoch das Zahnfleisch reizen und zu Schwellungen, Rötungen oder Juckreiz führen. Diese Vorgehensweise wird von Zahnärztinnen und Zahnärzten nicht empfohlen. Auch die Anwendung von Bananenschale hat keinen nachgewiesenen Whitening-Effekt.

Zahnaufhellung ist für die Mund- und Zahngesundheit schädlich

Durch Faktoren wie intensiven Tabakkonsum, Kaffee, Tee oder bestimmte Medikamente kann die Zahnfarbe im Laufe der Zeit dunkler werden. Die zahnärztlich kontrollierte Aufhellung, bei der der Zahnfarbton mithilfe geeigneter Methoden wieder aufgehellt wird, wird als Bleaching bezeichnet. Vor einer Aufhellung ist es in der Regel sinnvoll, zunächst eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen.

Wird eine Zahnaufhellung unter zahnärztlicher Aufsicht durchgeführt, ist sie in der Regel nicht schädlich für die Zahngesundheit.

Solange keine Zahnschmerzen bestehen, ist ein Zahnarztbesuch unnötig

Auch ohne Zahnschmerzen ist der Besuch bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt wichtig, um Mund- und Zahnerkrankungen vorzubeugen. Selbst wenn äußerlich kein Problem sichtbar ist, sollte man zweimal pro Jahr zur Kontrolle gehen, um nicht erkennbare Probleme frühzeitig zu entdecken und eine stabile Mundgesundheit zu erhalten. Zahnschmerzen können aus vielen Gründen entstehen, zum Beispiel durch Zahnfleischerkrankungen, Weisheitszähne oder kieferorthopädische Apparaturen. Werden insbesondere Zahnfleischerkrankungen ignoriert, kann dies zu größeren Problemen bis hin zu Zahnverlust führen. Daher ist es wichtig, mindestens zweimal jährlich eine Kontrolle wahrzunehmen, auch wenn keine Beschwerden bestehen.