Was ist das All-on-6-Verfahren und wie läuft es ab? Erfahren Sie alles über die Vorteile, den Ablauf, die Pflege und die Kosten von Zahnersatz auf sechs Implantaten.
Der Verlust aller Zähne oder das Vorhandensein von nicht mehr erhaltungsfähigen Zähnen in einem Kiefer stellt Betroffene vor enorme alltägliche Herausforderungen. Das Kauen von fester Nahrung wird zur Qual, die Artikulation leidet, und das unbeschwerte Lachen geht im Strudel der Scham verloren. Traditionelle Vollprothesen bieten hier oft nur unzureichenden Trost, da sie im Mund verrutschen, schmerzhafte Druckstellen verursachen und den Kieferknochen durch mangelnde Belastung weiter schwinden lassen. Die moderne Zahnheilkunde hat jedoch mit implantatgetragenen Brückenkonstruktionen einen biomechanischen Meilenstein gesetzt. Wenn maximale Stabilität, eine gleichmäßige Lastenverteilung und ein absolut natürliches Kaugefühl im Vordergrund stehen, gilt die Versorgung auf sechs Pfeilern als die Königsklasse der oralen Rehabilitation. Sie schenkt zahnlosen Patienten ein neues Lebensgefühl, das von der Sicherheit festsitzender Zähne getragen wird.
Dieses fortschrittliche implantologische Verfahren ist eine mathematisch und biologisch optimierte Methode zur vollständigen Wiederherstellung eines zahnlosen oder terminal erkrankten Kiefers. Die statische Besonderheit dieser Methode basiert auf der strategischen Insertion von exakt sechs Zahnimplantaten, die als künstliche Zahnwurzeln tief im Kieferknochen verankert werden.
Im Gegensatz zu Systemen, die mit weniger Pfeilern auskommen, bietet das all on six System eine deutlich erweiterte Unterstützungsbasis. Die sechs Implantate werden in präzise berechneten Abständen über den gesamten Kieferbogen verteilt – zwei im Frontzahnbereich und jeweils zwei auf den beiden Seiten des Seitenzahnbereichs. Diese großzügige Verteilung fängt die immensen physikalischen Kräfte, die beim täglichen Kauen und Beißen entstehen, wie ein architektonisches Fundament ab. Auf diesen sechs stabilen Pfeilern wird anschließend eine maßgefertigte, hufeisenförmige Vollbrücke dauerhaft verschraubt, die den echten Zähnen in Ästhetik und Funktion in nichts nachsteht.
In der dentalen Statik gilt: Je mehr strategisch gut platzierte Pfeiler zur Verfügung stehen, desto stabiler und langlebiger ist die gesamte Konstruktion. Die Verteilung der Kaukräfte auf sechs künstliche Wurzeln bringt entscheidende medizinische Vorteile mit sich.
Durch die Erhöhung der Pfeileranzahl auf sechs wird die mechanische Last, die auf jedes einzelne Implantat einwirkt, signifikante reduziert. Dies schont die Grenzzone zwischen dem Knochen und der Titanobefläche (Osteointegration). Selbst wenn ein Patient unter Bruxismus (nächtlichem Zähneknirschen) leidet, fängt das System diese extremen Druckspitzen sicher ab, ohne dass es zu einer mechanischen Überlastung der Komponenten kommt.
Kieferknochen benötigt wie ein Muskel kontinuierliche mechanische Reize, um seine Dichte und sein Volumen zu erhalten. Da die sechs Implantate über den gesamten Kieferverlauf inseriert sind, leiten sie den Kaudruck flächendeckend in den Knochen weiter. Dieser physiologische Reiz stoppt den gefürchteten, altersbedingten Knochenschwund (Atrophie) im gesamten Kieferbogen und stabilisiert langfristig die natürlichen Gesichtskonturen.
Obwohl beide Systeme festsitzende Zähne ermöglichen, ist die Entscheidung zwischen vier oder sechs Implantaten eine rein medizinische Abwägung, die der Chirurg anhand der individuellen Anatomie des Patienten trifft. Das all on six Verfahren wird immer dann zur primären Wahl, wenn der Patient über eine überdurchschnittlich starke Kaumuskulatur verfügt oder ein besonders großer Kieferbogen mit einer ausgedehnten Zahnreihe rekonstruiert werden muss.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die vorhandene Knochensubstanz: Ist im Seitenzahnbereich noch genügend Knochenvolumen vorhanden, um Implantate ohne riskante Nervenverletzungen zu setzen, sollte man die zusätzliche Stabilität von zwei weiteren Pfeilern immer nutzen. Während All-on-4 oft als exzellente Minimallösung bei ausgeprägtem Knochenschwund gilt, repräsentiert die Variante mit sechs Implantaten das Maximum an statischer Sicherheit und Kautoleranz. Sie bietet dem Patienten ein spürbar festeres, unnachgiebigeres Gefühl beim Zubeißen.
Die Indikation für eine festsitzende Versorgung auf sechs Implantaten ergibt sich aus einer umfassenden klinischen und radiologischen Untersuchung des Mundraums. Zu den idealen Kandidaten gehören:

Die chirurgische Umsetzung dieses High-End-Konzepts ist ein chirurgischer Präzisionsprozess, der eine exakte zeitliche und technische Koordination zwischen Chirurg und Zahntechniker erfordert.
Vor dem Eingriff wird mittels einer digitalen Volumentomographie (DVT) ein dreidimensionales Abbild des Kiefers erstellt. Am Computer plant der Chirurg die exakte Position, Tiefe und den Winkel aller sechs Implantate. Aus diesen Daten wird eine individuelle Bohrschablone gefertigt, die während der OP als millimetergenaues Navigationssystem dient.
Am OP-Tag wird der Patient lokal betäubt oder in Sedierung versetzt. Falls noch nicht erhaltungswürdige Restzähne vorhanden sind, werden diese schonend extrahiert. Anschließend inseriert der Chirurg die sechs Implantate mithilfe der Bohrschablone minimalinvasiv in den Knochen. Auf die Implantate werden spezielle Multi-Unit-Abutments geschraubt, um die Neigungswinkel perfekt an die spätere Zahnbrücke anzupassen.
Noch am selben Tag oder spätestens innerhalb von 24 Stunden nimmt der Zahntechniker einen Abdruck oder digitalen Scan. Im Labor wird eine festsitzende, leichtere provisorische Kunststoffbrücke gefertigt und im Mund des Patienten stabil auf den Implantaten verschraubt. Der Patient verlässt die Klinik mit funktionstüchtigen, festen Zähnen.
Die Vorstellung, dass sechs Schrauben in den Kieferknochen eingesetzt werden, löst bei vielen Menschen verständlicherweise Angst vor Schmerzen aus. In der Realität ist der Eingriff jedoch dank modernster Lokalanästhetika vollkommen schmerzfrei. Der Kieferknochen selbst besitzt nach dem Durchbohren der kortikalen Außenschicht kaum Schmerzrezeptoren.
Für Angstpatienten oder bei komplexen Totalsanierungen kann die Operation auch im Dämmerschlaf (Dämmerschlaf-Sedierung) oder unter Vollnarkose durchgeführt werden, sodass der Patient vom gesamten Ablauf überhaupt nichts mitbekommt. Nach dem Abklingen der Anästhesie in den darauffolgenden Tagen ist mit leichten bis moderaten Wundschmerzen und einer Schwellung der Wange zu rechnen. Diese Symptome sind jedoch ein normaler Teil der akuten Gewebeheilung und lassen sich mit gewöhnlichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen und konsequentem Kühlen sehr gut und einfach kontrollieren.
Obwohl der Patient die Klinik mit einer festsitzenden Brücke verlässt, befindet sich das all on six System in den ersten Monaten in einer sensiblen Übergangsphase. Das provisorische System ist bewusst aus einem leichteren Material gefertigt, um die Implantate während der sogenannten Osteointegration – dem biologischen Verwachsen des Knochens mit der Titanstruktur – vor übermäßigem Stress zu schützen.
Diese kritische Einheilzeit dauert im Unterkiefer in der Regel etwa 3 Monate, während sie im weicheren Knochen des Oberkiefers bis zu 6 Monate in Anspruch nehmen kann. In dieser Zeit muss der Patient weiche bis mäßig feste Nahrung zu sich nehmen und extreme mechanische Belastungen wie das Beißen auf Nüsse oder hartes Brot strikt vermeiden. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Einheilphase, wenn die Implantate bombenfest im Knochen verankert sind, wird das Provisorium abgeschraubt und durch die endgültige, hochstabile und ästhetische Meisterbrücke aus Zirkondioxid oder Metallkeramik ersetzt.
Wie jeder chirurgische Eingriff in der Zahnmedizin birgt auch diese Methode potenzielle biologische und technische Risiken, über die im Vorfeld aufgeklärt werden muss. Zu den allgemeinen Operationsrisiken gehören Nachblutungen, Wundinfektionen oder temporäre Schwellungen. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Verletzung von Nervenbahnen kommen, was vorübergehende Taubheitsgefühle in der Unterlippe zur Folge haben kann – dieses Risiko wird durch die digitale 3D-Planung jedoch nahezu eliminiert.
Das größte langfristige Risiko für das all on six System ist die Entzündung des Gewebes rund um das Implantat, die sogenannte Periimplantitis. Sie entsteht durch mangelnde Mundhygiene, wenn Bakterien unter die Brücke gelangen und den Knochen zerfressen. Ein großer statischer Vorteil des Sechs-Pfeiler-Systems ist hier jedoch die Redundanz: Sollte im schlimmsten Fall trotz aller Vorsicht ein einzelnes Implantat verloren gehen, ist die verbleibende Basis aus fünf Implantaten oft immer noch stabil genug, um die Brücke zu tragen, ohne dass das gesamte System sofort kollabiert.
Die Langlebigkeit und der dauerhafte Erfolg von festsitzendem Zahnersatz auf sechs Pfeilern hängen zu fast 90 Prozent von der Qualität der häuslichen Mundhygiene des Patienten ab. Da die Brücke fest verschraubt ist, bildet sich zwischen der Konstruktion und dem Zahnfleisch ein schmaler Spalt, der ein idealer Rückzugsort für bakterielle Plaque ist. Die tägliche Pflege erfordert daher spezielle Hilfsmittel:

Die häusliche Pflege ist das Fundament, reicht aber bei einer komplexen Versorgung wie dem all on six System allein nicht aus, um bakterielle Beläge in den tiefen Gewebezonen dauerhaft zu eliminieren. Im Laufe der Monate bildet sich auch bei guter Pflege ein harter, verkalkter Belag (Implantat-Tartar) an den unzugänglichen Stellen der Abutments.
Aus diesem Grund ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR) im Abstand von sechs Monaten eine absolute medizinische Pflicht. Bei diesen Terminen kontrolliert der Zahnarzt die Festigkeit der Verschraubung und die Gesundheit des Zahnfleischs. Die Dentalhygienikerin entfernt mit speziellen, kratzfreien Carbon- oder Kunststoffinstrumenten alle harten Beläge rund um die sechs Pfeiler. Bei Bedarf kann die Brücke vom Zahnarzt auch komplett abgeschraubt, im Labor intensiv gereinigt, desinfiziert und wieder mit einem präzise definierten Drehmoment fixiert werden. Diese regelmäßige professionelle Wartung ist die beste Lebensversicherung für die Implantate.
Wenn die Einheilphase abgeschlossen ist, hat der Patient die Wahl zwischen verschiedenen hochentwickelten Materialien für seine endgültige Meisterbrücke. Die Materialauswahl beeinflusst sowohl die Ästhetik als auch das Budget:
Zirkondioxid ist das absolute Premiummaterial in der modernen Prothetik. Es ist extrem biokompatibel, metallfrei und besitzt eine exzellente mechanische Festigkeit. Aufgrund seiner natürlichen Lichttransmision lässt sich eine Zirkonbrücke optisch nicht von echten, perfekten Zähnen unterscheiden. Zudem ist die Oberfläche so glatt, dass Bakterien es sehr schwer haben, sich daran festzusetzen, was das Periimplantitis-Risiko senkt.
Bei dieser Methode wird ein stabiles Gerüst aus einer Nichtedelmetall-Legierung (NEM) im CAD/CAM-Verfahren computergesteuert gefräst und anschließend im Labor individuell mit zahnfarbener Keramik per Hand verblendet. Dieses Material bietet eine herausragende Stabilität und Haltbarkeit zu einem etwas günstigeren Preis als Vollkeramik, ist jedoch aufgrund des Metallkerns in puncto Lichtdynamik minimal weniger lebendig als reines Zirkon.
Da bei diesem Verfahren sechs Implantate über den gesamten Kieferbogen verteilt werden, ist das System im Seitenzahnbereich auf eine ausreichende Knochenhöhe angewiesen. Im Oberkiefer befindet sich in dieser Region jedoch die anatomische Kieferhöhle (Sinus maxillaris). Wenn Zähne dort über viele Jahre fehlen, baut sich der Knochen ab, und die Kieferhöhle dehnt sich aus, sodass oft nur noch ein dünner Knochensteg übrig bleibt.
In solchen Fällen kann vor oder simultan mit der all on six Implantation ein sogenannter Sinuslift (Kieferhöhlenbodenelevation) notwendig werden. Bei diesem oralchirurgischen Eingriff wird die empfindliche Schneider’sche Membran im Inneren der Kieferhöhle vorsichtig angehoben und der entstandene Hohlraum mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Dies schafft die nötige vertikale Knochenhöhe, damit die hinteren Implantate stabilen Halt finden. Im Unterkiefer hingegen muss penibel auf den Verlauf des dreigeteilten Unterkiefernervs geachtet werden, um Taubheitsgefühle zu vermeiden.
Die Entscheidung für eine implantatgestützte Komplettversorgung auf sechs Pfeilern scheitert im westeuropäischen Raum für viele Patienten schlichtweg an den extrem hohen Kosten, die von den gesetzlichen Krankenkassen kaum bezuschusst werden. Aus diesem Grund hat sich der internationale Medizintourismus zu einer hochqualitativen Alternative entwickelt. Wer sich umfassend über die Möglichkeiten für dental Türkei informiert, stellt schnell fest, dass das Land über hochmoderne, nach ISO-Normen zertifizierte Zahnkliniken verfügt. Diese Zentren sind auf die zügige und hocheffiziente Abwicklung von anspruchsvollen Totalsanierungen spezialisiert. Die behandelnden Kieferchirurgen und Pedodontologen weisen aufgrund der enormen Patientenzahlen eine chirurgische Routine auf, die weit über dem Durchschnitt liegt. Patienten profitieren von einem Full-Service-Konzept, das von der Abholung am Flughafen bis zur labortechnischen Sofortfertigung reicht.
Die finanziellen Aufwendungen für eine vollständige Sanierung mittels sechs Implantaten pro Kiefer setzen sich aus verschiedenen transparenten Komponenten zusammen. Es gibt keinen pauschalen Festpreis, da jeder Mundraum eine individuelle chirurgische Planung verlangt. Die wesentlichen Faktoren, welche die zahnimplantat kosten Türkei beeinflussen, sind:
Wenn Patienten von den enormen Preisersparnissen von oft bis zu 60 oder 70 Prozent im Vergleich zu heimischen Praxen hören, reagieren viele zunächst mit verständlicher Skepsis und vermuten minderwertige Materialien oder mangelnde medizinische Standards. Diese Sorge ist bei der Wahl renommierter Exzellenzzentren jedoch unbegründet. Wenn man die Hintergründe für implantate in der Türkei analysiert, wird deutlich, dass der Preisvorteil rein auf makroökonomischen Faktoren basiert. Die allgemeinen Lebenshaltungs- und Betriebskosten, die Mieten für Klinikräume sowie die Gehälter für medizinisches Personal und hochspezialisierte Zahntechniker sind in der Türkei deutlich niedriger als in Mitteleuropa. Zudem begünstigt der vorteilhafte Wechselkurs ausländische Patienten massiv. Da die Kliniken exakt dieselben CE-zertifizierten, klinisch getesteten Titanimplantate und modernen CAD/CAM-Fräsmaschinen nutzen wie deutsche Praxen, bleibt die medizinische Qualität auf absolutem High-End-Niveau, während die Kosten für den Patienten bezahlbar werden.
Für umfassende Informationen zur Implantatbehandlung lesen Sie unseren Hauptleitfaden.
Implantat-Leitfaden